Die PC-Fernsehkarte Pinnacle PCTV 110i im Test: Interner Empfang für den PC

Bequemes Aufnehmen von Kabel-TV am Computer

Es ist heute kein Problem mehr, am PC fernzusehen. Entsprechende Empfänger gibt es entweder als Karten für die internen Steckplatz in Ihrem Desktop-Rechner oder als externe Lösung für den USB-Anschluss. In diesem Review haben wir uns ein Modell näher angesehen, das seine Arbeit direkt im Computer versieht, es firmiert unter der Bezeichnung Pinnacle PCTV 110i.
Für etwa 60 Euro erhält man eine kleine PCI-Karte (die auch in Mini-Barebones passen sollte … hier sind ja Steckkarten für den digitalen SAT-Empfang per DVB-S in der Regel zu groß) und jede Menge Software. Eine mehrsprachige gedruckte Anleitung liegt glücklicherweise bei, weshalb das Ingangsetzen des „MediaCenter“ einfach ist: Man muss nur die Karte in einen freien Slot des PCs stecken und per beigelegtem Kabel mit der vorhandenen Audiokarte verbinden, denn sonst gibt es keinen Sound. Das ist ganz einfach: Der beige Stecker der PCTV 110i kommt in die beige Buchse, der schwarze Stecker zur Soundkarte. Schon kanns mit dem Installieren der Programme und Treiber losgehen! Schnell die „PMC340A CD“ ins Laufwerk und den richtigen Treiber (110i) auswählen. Von derselben CD dann die TV-Software installieren. Die Pinnacle PCTV 110i-Karte benötigt unbedingt das Windows Service Pack 2, sonst wird die Installation abgebrochen! Anschließend die Seriennummer von der Installations-CD für die Registrierung eingeben, sonst geht’s nicht! Also CD raus aus dem Laufwerk und nachsehen. Das Pinnacle MediaCenter führt dann die nötigen Installationsschritte automatisch durch. Zum Schluss muss der Computer neu gestartet werden. Damit ist das gesamte Procedere erledigt.

Unser Hinweis: Falls Sie die Meldung „Fehler: Die Anwendung konnte nicht richtig initialisiert werden (0xx0000135)“ beim Programmstart bekommen und es nicht möglich ist, das TVCenter oder MediaCenter zu öffnen, müssen sie noch die aktuellste Version von Microsoft.Net Framework herunterladen und installieren.

Die Software im Detail

Beim Programmstart sind die nötigen Bedienelemente nur kurz sichtbar, verschwinden und es bleibt ein irritierendes schwarzes Fenster. Über einen Maus-Rechtsklick kann man bei „Optionen/Steuerleisten“ „Immer ein“ auswählen, damit die Menüpunkte immer erkennbar bleiben. Durch Klicken auf „MediaCenter Einstellungen“ startet man unter „Sender“ einen Suchlauf, der z. B. innerhalb von etwa einer Minute alle verfügbaren TV-Programme speichert (sofern das Antennenkabel eingesteckt wurde …). Hier kann man auch die Qualität der Aufnahme einstellen. Der Speicherbedarf beträgt in der Stufe „DVD“ 50 MB/Minute (Auflösung: 720×544 Pixel), in „DVD-Long“ 25 MB/Minute (mit 352×272 Pixel) und in SVCD 20 MB/Minute. Hier offenbart sich leider die erste Schwachstelle des PCTV 110i-Systems: Es ist nicht ganz logisch, warum in der Qualitäts-Einstellung „DVD-Long“ die Auflösung halbiert wird (Eine E-Mail-Anfrage an den Support wurde nach zwei Werktagen leider nicht genügend). Denn man hat dann ein Bildformat, das für DVDs zu gering ist. Dadurch sind die Ergebnisse nur sehr mager, in der höchsten Stufe („DVD“) jedoch gut. Allerdings benötigt man dafür einen wirklich schnellen Rechner mit etwa 3 GHz, sonst ruckelt das fertige Video. Besonders auch für die direkte Aufnahme im komprimierten Format „DivX“ ist ein leistungsfähiger PC gefragt, denn die Karte verfügt leider nicht über einen Hardware-Encoder. Deshalb ist die Belastung für den Computer-Prozessor enorm.

Vorteile Pinnacle PCTV 110i:

  • Einfache Installation
  • Aufnahme wird bei einem Stromausfall automatisch neu gestartet
  • gute Fernbedienung
  • geeignet für (Kabel-)TV und Radioempfang
  • direkte Aufnahme auf DVD wie bei einem „richtigen“ DVD-Recorder
  • Time-Shift zum zeitversetzten Fernsehen

Nachteile Pinnacle PCTV 110i:

  • Beim Abspielen bzw. Aufnehmen muss ständig der jeweilige Tonkanal aus- bzw. eingeschaltet werden, sonst hört man doppelt
  • Nach dem Drücken des Record-Buttons dauert es acht Sekunden bis die Aufnahme beginnt
  • Ab der zweitbesten Qualitätsstufe („DVD-long“) wird nur noch mit 352×272 Pixel aufgenommen, was zu wenig ist
  • Mühsame Einstellung der Aufnahmequalität: Nur durch Aufrufen von „MediaCenter Einstellungen“ möglich
  • Leider kein TV-Out-Anschluss, d. h. das Antennen-Signal kann nicht an einen Fernseher übetragen werden. Eine Grafikkarte mit analogem Ausgang ist nötig, um die Aufnahme nicht am PC-Bildschirm sehen zu müssen.
  • Kein Hardware-MPG-Encoding, die Prozessor-Belastung ist deshalb in der Regel stark

Unser Test-Fazit: Die Pinnacle PCTV 110i Fernsehkarte ist eine sinnvolle Investition, wenn man am Computer fernsehen bzw. aufnehmen möchte. Im Gegensatz zu früheren Produkten des Herstellers funktioniert das System im praktischen Betrieb reibungslos. Leider ist ein aktueller PC mit ordentlich „Power“ nötig, um in den Genuss des vollen Leistungsumfangs zu kommen. Warum ab der Qualitätsstufe „DVD-Long“ nur in einer Auflösung von 352×272 Pixel aufgenommen wird, ist unverständlich. Das nachträgliche Konvertieren (beispielsweise ins DivX-Format mit dem kostenlos erhältlichen Programm „Mpeg-Mediator“ klappt ausgezeichnet.

Unser Tipp: Die Pinnacle PCTV 110i-Fernsehkarte und weitere TV-Tuner für PC und Mac können Sie bei Amazon bestellen!

 

Allgemeines zum Fernsehempfang am Computer

Immer mehr Zeitgenossen wollen ihren PC mit einem TV-Tuner ausstatten. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Während das konventionelle, analoge Fernsehen gewissermaßen in seinen letzten Atemzügen steckt, geht es nun um digitale Signale. Diese werden über das neue Antennenfernsehen DVB-T übertragen, das die bisherige Technik ersetzt. Der Vorteil dabei: Die Qualität wird besser und es lassen sich mehr Sender übertragen. Seit längerem gibt es außerdem DVB-S, also das Fernsehen, das per Satellitenschüssel ins Haus kommt und DVB-C, das Ihnen Ihr Kabelbetreiber zur Verfügung stellt. Für jede dieser drei Normen gibt es einen eigenen Empfänger oder auch Kombinationen davon. Normalerweise lassen sich mit diesen Tunern Programme ansehen und aufnehmen. Je nach persönlicher Präferenz sollte man entscheiden, ob man die dabei entstandenen Dateien vielleicht komprimieren oder schneiden möchte, was je nach verwendetem Codec ein Problem sein könnte. Als Zusatzfeature gibt es häufig die Möglichkeit, Sendungen zu programmieren und auch Time-Shift wird häufig unterstützt. Wenn man Pay-TV bzw. Sender mit Smartcard-Unterstützung nutzen möchte, muss ein dafür geeigneter Slot vorhanden sein.

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