Risiken richtig managen bei der Aktienanlage

Ob Trader oder Investor: Eine solide Trading- und Anlagestrategie bedeutet auch, dass man das verbundene Verlustrisiko miteinkalkulieren muss, um am Ende auch erfolgreich zu werden oder zu bleiben. Nur wer sein Risiko richtig managt, wird am Ende auch die lang ersehnten Gewinne einfahren. Doch wie kann der Anleger sein Risiko minimieren? Gibt es Tipps und Tricks, um das vorhandene Risiko einzuschränken? Ist eine Marktprognose in der Art und Weise möglich, dass der Anleger rechtzeitig auf Veränderungen reagieren kann?

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Der Weg zur stabilen Geldanlage

Die Grundlage von stabilen Geldanlagen? Diversifikation. Nur dann, wenn das Vermögen auch in unterschiedlichen Anlageklassen aufgeteilt ist, kann das Verlustrisiko begrenzt werden. Im Fachjargon spricht man von „Asset Allocation„. Je größer das Anlagevermögen ist, desto wichtiger ist es natürlich, dass die Gelder auch abgesichert werden. Eine breite Streuung – in Aktien, Rohstoffe, Immobilien und andere Finanzinstrumente – reicht hier aber nicht mehr aus; die Zielinvestments müssen ständig beobachtet werden. Mitunter muss der Anleger auch kurzfristige Umschichtungen vornehmen, um am Ende das Verlustrisiko zu minimieren. Der Trader muss also den Markt und seine Investments im Auge behalten, sodass er – im besten Fall – schon vor etwaigen Veränderungen reagieren kann.

 

Mit der breiten Streuung zum Erfolg

Eine echte Diversifikation ist dann möglich, wenn negativ zueinander stehende Assetklassen genutzt werden. Die Korrelation ist der wohl wichtigste Aspekt, der beim Risiko-Management ausschlaggebend ist, um das Verlustrisiko zu begrenzen. Je niedriger nämlich die Korrelation zwischen den Anlagen im Portfolio ist, desto unrealistischer ist die Wahrscheinlichkeit, dass in Krisenzeiten beide Anlagen gleich stark einbrechen. Vor Jahren wurden negative Korrelationen noch als zielführendes Mittel gesehen, das gesamte Portfolio zu stabilisieren. Heute sind die Wertentwicklungen der unterschiedlichen Assets jedoch fast gleich. Der Stoxx 600, der europäische Aktienindex, liegt im Vergleich mit S & P 500, dem amerikanischen Aktienindex, bei 0,87. Die Korrelation wird durch die vernetzte Weltwirtschaft gesteigert; eine Streuung in europäische und amerikanische Aktien mag zwar vernünftig sein, erhöht aber nicht automatisch die Sicherheit und bringt keinesfalls eine ausreichende Stabilität in das Portfolio.

 

Trader müssen die Volatilität beobachten

Eine weitere Möglichkeit: Beobachtung der Volatilität. Dabei handelt es sich um die Schwankungsbreite von Rohstoffpreisen, von Wertpapierkursen und Zinssätzen. Mittels Schwankungsbreite wird der Mittelwert errechnet; je größer die Schwankungsbreite ist, umso volatiler (und risikoreicher) ist das Asset. Professionelle Trader nutzen natürlich auch komplexe Risikokennzahlen und auch zahlreiche Modelle, wie etwa den VaR – Value-at-Risk-Wert. Anfänger oder Hobby-Anleger werden mit derartigen Modellen kaum etwas anfangen können.

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Eine exakte Prognose ist kaum möglich

Ganz egal, ob es sich um komplexe Berechnungen oder einfache Modelle handelt: Das Risiko kann nur bedingt vorhergesagt werden; eine exakte Voraussage, wie sich der Markt in der Zukunft entwickelt, wird es niemals geben. Ratsam ist, dass der Anleger darauf achtet, eine Stabilität in seine Geldanlage zu bekommen. Eine Stabilität wird etwa durch eine breite Streuung, ein ständiges Beobachten der Volatilität und auch einer Marktbeobachtung erzeugt. Jedoch handelt es sich immer nur um eine Reduktion des möglichen Risikos; ein Restrisiko bleibt immer bestehen. Aus diesem Grund sollten Anleger auch einen langen Atem haben. Aktien brauchen oft auch die notwendige Zeit; hier ist Geduld besonders wichtig, um sich nicht vorzeitig selbst aus dem Rennen zu nehmen. (Fotos:  Pixabay.com / Public Domain)