Die zur Zeit beste Kompaktkamera im Test: Praxistipps zur Panasonic Lumix DMC-LX100 mit 4K-Video, einer echten Alternative zu einer Systemkamera und Spiegelreflex

Seit Jahren präsentieren wir Ihnen die besten Digitalkameras in unserer laufend aktualisierten Kaufberatung. Dabei sind uns schon sehr gute Modelle untergekommen. Wirklich begeistert sind wir aber von der Panasonic Lumix DMC-LX100. Dabei handelt es sich genau genommen um eine Kompaktkamera. Sie fällt aber in mehrfacher Hinsicht aus diesem Rahmen, denn einerseits ist sie alles andere als „kompakt“, andererseits bietet Sie aber eine derart umfangreiche Serienausstattung, dass vom Fotoeinsteiger bis zum Profi wirklich jeder damit zufrieden sein wird.

Lesen Sie in unserem umfangreichen Review, welche Vorzüge die Panasonic Lumix DMC-LX100 hat und welche Nachteile es gibt. So viel bereits vorab: Wir haben kaum Negativpunkte gefunden …

Unser Tipp: Die Panasonic Lumix DMC-LX100 und andere Top-Kameras können Sie günstig bei Amazon.de bestellen. Verschiedenstes Zubehör, wie Ersatzakkus und vieles mehr, gibt es ebenfalls dort.

Die Panasonic Lumix DMC-LX100 im Überblick

Die Panasonic Lumix DMC-LX100 mit 4K-Video im Test
Die Panasonic Lumix DMC-LX100 mit 4K-Video im Test

Bei Panasonic gibt es bereits ein längere Tradition, neben den „normalen“ Allroundmodellen auch besonders hochwertige Kompaktkameras zu bauen. Der direkte Vorgänger DMC-LX7 hatte bereits viele Anhänger, der Hersteller hat mit der LX100 aber noch einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Denn hier gibt es einen Bildsensor, der rund fünf Mal (!) so groß ist, wie der bisher verwendete.

Konkret handelt es sich bei dieser Kamera um eines der wenigen Modelle, das Technik aus dem Four-Thirds-Segment in einem vergleichsweise kleinen Gehäuse bietet. Konkret kommt hier ein CMOS-Chip zum Einsatz, der auch in der Lumix DMC-GH4 zu finden ist. Bei der LX100 wird davon aber nicht der gesamte Bereich genutzt, konkret sind das nämlich rund 12 Millionen Bildpunkte. Der Grund dafür liegt darin, dass Panasonic ein möglichst kompaktes Objektiv konstruieren wollte und man gleichzeitig auch verschiedene Bildformate bieten kann, ohne dass sich die Brennweite ändert. Insofern ist die Linse der LX100 mit dem prestigeträchtigen Leica-Label ein wahres Meisterwerk, denn sie besitzt eine enorme Lichtstärke von F1.7-2.8 und eine großartige Schärfe. Dazu gibt es eine alltagstaugliche Allround-Brennweite von 24 bis 75 mm im Foto-Modus bzw. bei HD-Video, bei 4K-Video verändert sie sich (umgerechnet auf das Kleinbildformat) leicht auf 26 bis 81 mm. Das entspricht in etwa dem, was man bei den meisten Spiegelreflex- oder Systemkameras in Form eines Kit-Objektivs ersteht.

Hier ein Video unserer Redaktion, das Ihnen die Funktionen der Panasonic Lumix DMC-LX100 näherbringt:

4K-Video bei der Panasonic Lumix DMC-LX100

Die Panasonic Lumix DMC-LX100 gilt als beste Kompaktkamera bisher
Die Panasonic Lumix DMC-LX100 gilt als beste Kompaktkamera bisher

Zurzeit gibt es noch wenige Kameras auf dem Markt, die in der höchstmöglichen Qualität Bewegtbilder aufnehmen können. Wer nicht zu viel Geld für eine Lumix DMC-GH4 und teure Objektive ausgeben möchte, liegt hier genau richtig. Allerdings gibt es von Panasonic noch 4K-Konkurrenz im eigenen Haus, nämlich die Lumix DMC-FZ1000, die mit einem Superzoom-Objektiv ausgestattet ist und ein paar zusätzliche Profifeatures bietet. Sie kann aber mit ihrem relativ kleinen, pixelgespickten Sensor in Sachen Fotoqualität nicht mithalten. Auch die Videos sind nicht ganz so scharf wie bei der LX100 bzw. der GH4 mit einem Profi-Objektiv.

„Warum überhaupt 4K-Video?“ fragen sich viele. Tatsache ist, bis auf wenige Streaming-Filme oder -Dokus gibt es diese hochauflösenden Inhalte derzeit noch nicht wirklich. Einerseits fehlt es an passenden Blu-rays und die TV-Sender werden in den nächsten Jahren keine entsprechenden Sendungen ausstrahlen können. Trotzdem lohnt es sich, in dieser Qualität zu drehen. Denn dadurch kann man nämlich im Schnittprogramm problemlos Schwenks und Zoomfahrten einbauen, ohne dass man diese bereits vor Ort aufnehmen muss. Schließlich hat man bei dieser Vorgangsweise immer noch genügen Reserven für das Ausspielen als Full-HD.

Tipps und Tricks zur Lumix DMC-LX100

Die Panasonic Lumix DMC-LX100 bietet zahlreiche manuelle Einstellmöglichkeiten
Die Panasonic Lumix DMC-LX100 bietet zahlreiche manuelle Einstellmöglichkeiten

Nicht alle Features dieses kleinen Kapazunders erschließen sich dem Benutzer sofort und manche Dinge findet man nur durch Zufall heraus oder wenn man lange im Web sucht. Wie komplex (bzw. unübersichtlich) die Funktionen sind, haben offenbar nicht alle Reviewer erkannt. Deshalb gab es auch einiges an Kritik von Testern, die sich nicht so sehr mit der Kamera beschäftigt haben. Konkret besitzt sie ein paar Eigenheiten, die man beachten sollte. So fehlt leider eine kombinierte Vorschau am Monitor bzw. im Sucher für Video und Foto. Wenn man beispielsweise das gängige 3:2 als „Aspect Ratio“ am Objektiv ausgewählt hat, lässt sich der Ausschnitt für die Bewegtbildaufnahme vor dem Drücken des Record-Buttons nur schätzen. Dafür gibt es keine vorprogrammierten Gitterlinien und auch manuell lässt sich nichts wirklich Brauchbares einstellen. Eine kleine Erleichterung ist die Möglichkeit, das Aufnahmefeld auf eine Funktionstaste zu legen. Man kann dann mit nur zwei Klicks die Vorschau zwischen Foto und Video umschalten. Allerdings hat man dann immer noch ein Problem nicht gelöst, dass beim Drücken des „Rec“-Buttons Belichtung etc. automatisch angepasst werden. Selbst wenn man die konstante Vorschau im Menü „Individual“ aktiviert hat. Hier hilft nur eines: Man aktiviert den 4K-Fotomodus im „Video“-Menü. Aber Vorsicht: Dann zeichnet die Kamera in exakt jenem Bildformat auf, das man am Objektiv ausgesucht hat. Wenn man etwa 1:1 nutzt, bekommt man in 4K Video mit der exotischen Auflösung von 2880 x 2880 Pixeln. Nur bei der Vorwahl von 16:9 erhält man die gewünschten 3840 x 2160 Bildpunkte für Video und automatisch auch für Fotos mit gut 8 Megapixeln. Das Problem dabei: Die ISO-Automatik mit Vorauswahl eines Maximalwertes funktioniert dann nicht mehr. Man wird also faktisch in einen vollständigen manuellen Modus „gezwungen“, wenn man die Blende ausgesucht hat.

Sinnvoll ist es ja immer, die Blende auf den Faktor zwei der Bildwiederholrate zu stellen. Da die LX100 4K mit 25 Vollbildern pro Sekunde aufnimmt, ist die korrekte Verschlusszeit als 1/50. Diesen Wert muss man auf der Oberseite der Kamera ungefähr anwählen (die hier vorhandenen Zahlen mit 1/30 bzw. 1/60 sind für den US-Markt optimiert) und dann dreht man das Wahlrad neben dem Display bis zur korrekten Zahl. Um wenigstens etwas an Automatik nutzen zu können, sollte man die Blende auf „A“ stellen und nur die Verschlusszeit manuell belassen, dann werden auch die ISO-Einstellungen von der Kamera gewählt und man muss sich nicht mit über- oder unterbelichteten Szenen beschäftigen. Wenigstens einen Vorteil hat es, im 4K-Fotomodus zu filmen: Man kann die Aufnahmen mit dem normalen Auslöser starten bzw. stoppen und zwischendurch mit dem Halbdurchdrücken fokussieren.

Die Video-Qualität der Lumix DMC-LX100

Wer sich das Videomaterial (besonders natürlich in 4K bei voller Vergrößerung) ansieht, bemerkt die unglaubliche Schärfe der Files. Gleichzeitig leidet die LX100 (so wie praktisch alle Fotoapparate, die zum Filmen zweckentfremdet werden) an Moiré: Besonders Ziegeldächer, Geländer oder Fenster sind hier durchaus unschön. Hier hilft es, beim „Rec“-Menü unter „Bildstil“ die Schärfe zu reduzieren, wobei hier der Wert -3 oder sogar bis zu -5 durchaus sinnvoll ist. Im direkten Vergleich mit deutlich teureren Kameras zeigt sich, wie gut die Videoqualität der LX100 ist:

In wieweit man Farbe oder Kontrast verändert, ist natürlich Geschmackssache. Hier fehlen vordefinierte Presets, die man bei der FZ1000 oder bei der GH4 findet. Mit etwas Tüfteln findet man aber selbst bei der LX100 die passenden Einstellungen.

Wer professionell Video aufnehmen möchte, wird sofort feststellen, dass die Kamera in ihren Grundeinstellungen auf Fotos ausgerichtet ist. Allerdings gibt es mehrere Funktionen, die eine Optimierung für Bewegtbilder zulassen.

Unser Tipp: Mehr Infos zu den Videoeinstellungen und den Features für ambitionierte Bewegtbildaufnahme liefern Artikel auf FilmKit.netHackermovies.com, MirrorlessJourney.com, Camera Ergonomics und EOSHD.com! Weitere Informationen gibt es im umfangreichen Handbuch, das Sie direkt bei Panasonic als PDF herunterladen können.

Unser Test-Fazit: Die LX100 eine großartige Foto- und Video-Kamera, die sich gut manuell einsetzen lässt. Auch der Automatikmodus funktioniert absolut zufriedenstellend. Lediglich der Weißabgleich trifft ab und zu nicht ganz. Dafür ist der Autofocus rasend schnell, man kann ihn aber für Video langsamer einstellen, um mit der Schärfe zu spielen. Inwieweit man die fehlenden Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer vermisst, hängt vom Einsatzzweck ab. Allerdings gibt es dafür ja handliche und sehr gute Audiorecorder. Ansonsten ist die LX100 aber sicherlich eine perfekte Kamera.

Die Vor- und Nachteile der Lumix DMC-LX100

+ großartige, lichtstarke Leica-Linse (F1.7-2.8) mit optischem Stabilisator
+ scharfes Allroundobjektiv (Brennweite 24-75 mm bei Foto, 26-81 mm bei 4K-Video)
+ hochwertiges Gehäuse aus Metall
+ mehrere Tasten und Funktionen frei belegbar
+ Wahlräder für rasches Einstellen
+ hochauflösendes Video in 4K mit 100 MBit/s
+ 4K-Fotomodus mit 25 Bildern pro Sekunde
+ Panoramamodus, Zeitraffer- und Stopmotion-Technik
+ Profifunktionen wie Focus Peaking, Zebras etc.
+ Monitor bzw. Sucher auf s/w umstellbar
+ sehr guter Sucher

– Display nicht dreh- oder schwenkbar
– Videobutton schwer zugänglich
– Filterbutton auf der Oberseite unnütz
– Fokuspunkte etwas mühsam einzustellen
– Menüs unübersichtlich und Funktionen versteckt
– kein ND-Filter, der für das Videofilmen unerlässlich ist

Unser Tipp: Die Panasonic Lumix DMC-LX100 gibt es preiswert bei Amazon.de, dort finden Sie auch passendes Zubehör (wie Akkus, Filter oder Taschen). Mehr Informationen zu diesem Modell finden Sie im Internet in einem umfangreichen Artikel bei dpreview.com und bei den Kollegen von dkamera.de.