Livestreams in UHD-Qualität – Wie geht’s voran?

Streaming ist in aller Munde und so populär wie nie zuvor. Doch in Zeiten von UHD-Fernsehern (auch 4K-Fernseher genannt, wegen der Pixelanzahl von annähernd 4.000 in der Horizontalen) und -Monitoren rüsten auch die Streaming-Anbieter allmählich auf 4K-Streaming auf. Wie derzeit der Stand der Dinge ist, wo Sie in UHD streamen können und was die Fernsehsender dem entgegenzusetzen haben, betrachten wir im folgenden Text, damit Sie wissen, wie es am Markt derzeit aussieht und was die Zukunft bringt.

Streaming-Qualität der größten Anbieter

Chip hat in einem Bericht vom Anfang diesen Jahres eine Übersicht über die größten Streaming-Anbieter für Filme und Serien erstellt. Aus dieser geht hervor, dass von den großen Anbietern bis heute lediglich Netflix und Amazon Prime Video auf den UHD-Zug aufgesprungen sind. Erstaunlicherweise hat Maxdome trotz seiner mehr als 50.000 Filme umfassenden Bibliothek bisher keine 4K-Inhalte im Angebot, da der Anbieter seine 4K und UHD-Pläne geändert hat. Eigenen Angaben zufolge will der Streaming-Anbieter aber noch in diesem Jahr nachziehen. Was in der Auflistung von Chip jedoch noch nicht berücksichtigt ist, ist die Tatsache, dass auch Anbieter wie Sky oder Youtube Inhalte in Ultra HD mit höherer Bildwiederholrate von 50 Bildern pro Sekunde anbieten.

Die großen Streaming-Anbieter von Fernsehsendern wie Zattoo, TV Spielfilm oder Magine TV hingegen verzichten derzeit gänzlich auf UHD-Kompatibilität. Überwiegend natürlich aufgrund des mangelnden Angebotes bei den Sendern selbst, die die Streams in UHD nicht zur Verfügung stellen.

Mindestanforderungen für UHD-Streams

Grundsätzlich brauchen Sie kein schnelles Internet, um Streamingdienste zu nutzen. So können Sie Netflix bereits ab 0,5 Mbit pro Sekunde, Amazon ab 0,9 Mbit pro Sekunde und Maxdome bereits ab 2 Mbit pro Sekunde nutzen. Für hochauflösende Inhalte sieht es jedoch anders aus, denn die Anforderungen an die Bandbreite erhöhen sich dadurch dramatisch. So werden für HD-Übertragungen bereits 3,5 (bei Amazon), 5 Mbit pro Sekunde bei Netflix, beziehungsweise sogar 6 Mbit/s (bei Maxdome) vorausgesetzt.

So weit so gut — doch für 4K-Inhalte steigt neben dem erforderlichen UHD-Endgerät auch die benötigte Bandbreite nochmal sprunghaft an. So benötigen Sie zum flüssigen Streamen von UHD-Inhalten bei Amazon eine Übertragungsrate von mindestens 15 Mbps und sogar 25 Mbit pro Sekunde bei Netflix. Dies liegt bereits weit über dem Durchschnitt dessen, was in Haushalten in Deutschland üblicherweise verfügbar ist. So zeigt eine Studie von Check24, dass Deutschlands Haushalte mit einer durchschnittlichen Netzanbindung von 13,7 Mbit/s im internationalen Vergleich lediglich auf Rang 26 liegen. Neben der Internetgeschwindigkeit benötigen Sie zudem je nach Anbieter verschiedene kompatible Endgeräte. So ist beispielsweise mit Amazons Fire TV Stick der ersten Generation erst gar keine 4K-Übertragung möglich. Auch Netflix erfordert für UHD-Übertragungen ein separates Abonnement, denn im herkömmlichen Abo sind 4K-Übertragungen nicht enthalten.

Auch „EntertainTV“ der Telekom hat kürzlich UHD-Inhalte über das IP-Fernsehen mit aufgenommen. So lassen sich einzelne Inhalte von Sky, Netflix und Youtube fortan mit dem neuen Media Receiver MR 401 auch in UHD empfangen. Auch Apple stellt mit dem Apple TV der 5. Generation im September erstmals eine Möglichkeit zur Verfügung, UHD-Inhalte und diverse HDR-Formate auf die heimischen Fernseher zu bringen.

Ist Auflösung alles?

Der Trend zum 4K-Streaming ist kaum aufzuhalten, das steht bereits fest. Allerdings zeigen Anbieter wie Betway, Youtube oder Twitch, dass ein Wettbewerbsvorteil beim Streaming auch auf andere Weise erreicht werden kann. Insbesondere die Welt der VR-Inhalte sowie interaktiver Einbindung des Zuschauers ist hier interessant. So können Sie bei Betway Casino beispielsweise Livestreams im Zusammenhang mit Casinospielen nutzen, die wahlweise in 3D beziehungsweise virtueller Umgebung stattfinden. Hierbei kommen hochauflösende Streams zum Einsatz, die zwar nicht in UHD stattfinden, dafür aber in einer virtuellen Umgebung mit echten Dealern, sodass das Streaming-Erlebnis gleichzeitig zum interaktiven Spielerlebnis mit realen Personen wird. Auch Youtube bietet verschiedene Möglichkeiten, 3D, VR- oder 360°-Videos zu streamen und direkt auf kompatible Endgeräte wie 3D-Brillen zu übertragen. Hierbei ist es dem Nutzer teilweise möglich, die Kamera frei zu bewegen und sich interaktiv im Video umzuschauen.

Twitch geht laut Gamestar einen etwas anderen Weg und bindet vermehrt Extensions in seine Streams ein, mit denen der Nutzer interaktiv am Geschehen teilnehmen kann. So bietet Twitch derzeit 20 verschiedene Extensions für den Streamingdienst an, zu denen auch Kuriositäten wie das „Kappa Pet“ gehören, das sich im Laufe eines Videos je nach Zuschauerzahl im Tamagotchi-Stil weiterentwickelt.

Was tun, wenn kein schnelles Internet zur Verfügung steht?

Dass es auch ohne schnelle Internetverbindung über Umwege möglich ist, dennoch Inhalte auf den 4K-Fernseher zu bringen, zeigen Anbieter wie Sky. Denn obwohl die 4K-Inhalte über das Internet abgerufen werden, hat der Anwender die Möglichkeit, die Inhalte über Nacht auf den Sky-Receiver vorzuladen und dann auf dem Fernseher anzuschauen. Allerdings ist dies dann auch kein direktes Streaming mehr und es wird ein Sky+ Pro-Abo benötigt. Auch Youtube bietet die Möglichkeit, Inhalte mit UHD-Auflösung abzurufen, ohne dass ein UHD-fähiges Endgerät benötigt wird. So können Sie Inhalte auf dem Smartphone vorladen und erst dann, wie die PC Welt berichtete, das Youtube-Video auf einen UHD-Fernseher übertragen.

Was machen die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender?

Erst kürzlich hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD & ZDF dazu angehalten, ihre SD-Satellitenausstrahlung bis Ende 2018 zu beenden und stattdessen die eingesparten Mittel in die Produktion von Ultra-HD-Inhalten zu investieren. Andererseits schauen aber heute noch rund 50% der Zuschauer SD-Inhalte auf dem Fernseher, was die Umstellung deutlich verzögern dürfte. Zudem mussten sich die privaten Sender ProSieben, Sat.1 und RTL 2013 aber verpflichten, SD-Inhalte bis 2022 aufrecht zu erhalten. Eine Abschaltung der SD-Satellitenübertragung müsste die privaten Sender also mit einbeziehen.

Dies käme ihnen sicherlich gelegen, denn ProSiebenSat.1 kann zwar 4K-Inhalte nicht direkt ausstrahlen, beginnt aber in Kürze damit, 4K-Inhalte über HbbTV anzubieten, wie das Unternehmen am 2. August 2017 verlauten ließ. Dies macht auch Sinn, denn Anfang 2017 besaßen – teilweise ohne es zu wissen – bereits 15 Millionen Haushalte ein HbbTV-fähiges Endgerät. Hierbei erhält der Nutzer über das Internet zusätzliche Informationen, Inhalte oder Dienste zum ausgestrahlten TV-Programm. Es ist gewissermaßen die Verschmelzung von Internet und Fernsehen, die weitläufig auch als „Smart TV“ bezeichnet wird. Die Abkürzung selbst steht für „Hybrid Broadcasting Broadband TV“. Interessant ist sicher auch, dass viele der so ausgestrahlten 4K-Inhalte auch über die Mediatheken in Ultra HD abrufbar sein wird. Die Öffentlich-Rechtlichen bieten derzeit nur vereinzelt Inhalte in 4K in ihren Mediatheken an. Auch der Stern bemängelte diesen Missstand Deutschlands im internationalen Fernsehvergleich. (Fotos: Pixabay.com/Public Domain)