Die besten System- und DSLR-Kameras für Video – Filmen in Profi-Qualität mit der Panasonic Lumix DMC-GH4 und ihren Alternativen wie der LX100, FZ1000 oder Nikon D3300/D5300/D5500

Wenn Sie mit einer Systemkamera (DSLM) oder eine digitalen Spiegelreflex (DSLR) Videoaufnahmen in professioneller Qualität machen wollen, müssen Sie dafür kein Vermögen mehr ausgeben. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, welche Modelle dafür ideal sind und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Die besten Fotokameras für die Videoaufnahme

Natürlich stellt sich die Frage, warum man keine normale Videokamera zum Filmen verwendet. Ganz einfach: Trotz enormer Fortschritte bei der Technik setzen diese Geräte auf relativ kleine Bildsensoren und liefern deshalb häufig keine so tolle Qualität wie eine DSLR oder DSLM in der selben Preisklasse. Außerdem lassen sich häufig die Objektive nicht austauschen, was ja der große Trumpf im Fotobereich ist. Selbst mit den günstigsten Festbrennweiten für nur rund 200 Euro kann man sich über phantastische Aufnahmen freuen.

In diesem Beitrag geht es nicht um überteuerte Hightech-Lösungen, sondern darum, mit einem möglichst geringen Kapitaleinsatz eine auch für TV-Anstalten taugliches Material zu produzieren.

Der Klassenprimus: Die Panasonic Lumix DMC-GH4HEG-K

Die beste Kamera für professionelle Videos: Die Panasonic Lumix DMC-GH4HEG-K
Die beste Kamera für professionelle Videos: Die Panasonic Lumix DMC-GH4HEG-K

Ganz ohne Zweifel und mit durchaus spürbarem Abstand ist die Panasonic Lumix DMC-GH4HEG-K derzeit die beste bezahlbare Kamera für die Videoaufnahme in professioneller Qualität. Das Gehäuse alleine kostet gut 1.400 Euro und im Set mit dem 14-140er Allround-Objektiv geht dieses Modell zum Beispiel bei Amazon.de für gut 1.800 Euro über den (virtuellen) Ladentisch. Diese Kamera setzt auf den Micro-Four-Thirds-Standard und bietet dadurch die Möglichkeit, praktisch jedes erhältliche Objektiv anderer Bajonette über Adapter anzuschließen. Das ist ein großer Vorteil, denn Panasonic (bzw. der Systempartner Olympus) bietet nicht ganz so viele Linsen, wie die Marktführer Canon oder Nikon.

Technische Daten zur GH4:
Die Kamera nimmt Videos in 3840 x 2160 mit 30 Vollbildern (also 30p) und rund 100 MBit/s auf. Bei 1920 x 1080 und 60p bzw. 50p sind sogar 200 MBit/s möglich. Auch niedrigere Datenraten (wie 100, 50 MBit/s lassen sich auswählen. Auf weniger sollte man nicht heruntergehen, wenn man wirklich professionelle Ergebnisse wünscht). Außerdem wird „echtes“ Cinema 4 K mit 4096 x 2160 Pixeln geboten, was aber mit 24 Bildern pro Sekunde bei 100 Mbit/s zwar einen Kino-Look liefert, aber in der Praxis Bewegungen nicht ganz flüssig darstellt.

Videoprofis empfehlen, bei der GH4 die UHD-Einstellung mit der höchsten Bitrate (100 MBit/s und 30p) zu verwenden und diese dann im Schnittprogramm auf Full HD herunterzurechnen. Dadurch erhält man das schärfere Bild als wenn man direkt in 1080p aufzeichnet. Außerdem bleibt genügend Reserve, noch ins Material hinein zu zoomen oder Crops anzufertigen. Das bietet erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten im Vergleich zu 1080p. Und falls später einmal wirklich 4K als Ausgabeauflösung gefragt ist, ist man auch dafür gerüstet.

Weitere Infos zur Panasonic Lumix DMC-GH4HEG-K:
Die 16-Megapixel-Kamera bietet einen Verlängerungsfaktor von 2 (im Gegensatz zu 1.5 oder 1.6 bei Nikon bzw. Canon im APS-C-Format), was zu mehr Tele und weniger Weitwinkel führt. Die GH4 hat alle nötigen Anschlüsse direkt eingebaut und bietet auch für Profis genügend Features. Außerdem kann man noch eine zusätzliche Schnittstelleneinheit DMW-YAGHE dafür kaufen. Wer auf 4K und UHD verzichten kann, macht mit dem Vorgängermodell Lumix DMC-GH3EG-K ein echtes Schnäppchen, denn das Gehäuse kostet mit etwa 750 Euro nur rund die Hälfte der GH4.

Der Schnäppchen-Hammer Nikon D5300/5500

Die preiswerte Nikon D5300
Die preiswerte Nikon D5300

Wer eine preisgünstige und trotzdem sehr gute Kamera für Videoaufnahmen sucht, wird bei Nikon fündig. Denn die preisgünstige D5300 ist eine der . Sie kostet bei Amazon.de und anderen Händlern (je nach Kit-Objektiv) zwischen gut 600 und knapp 800 Euro. Für einen geringen Aufpreis gibt es die praktisch identische D5500, die allerdings noch einen Touchscreen bietet. Ansonsten überzeugt die D5300 mit einer Bildqualität, die man sonst erst in deutlich teuren Kameras findet. Konkret ist sie praktisch auf dem selben Niveau wie die D750 und sie übertrumpft die D7100. Denn die D5300/D5500 speichert Full HD 1080p mit rund 38.8 MBit/s. Das dreh- und klappbare Display ist praktisch und es hilft auch dabei, die Kamera in der Hand zu stabilisieren. Aprops: Der große Vorteil bei Nikon ist, dass es sehr günstige Allround-Zooms mit optischem Bildstabilisator gibt. Außerdem kann man auf sehr preiswerte Festbrennweiten mit toller Lichtstärke zurückgreifen, wie etwa das AF-S 35 und 50 1.8, die jeweils weniger als 200 Euro kosten und perfekte Bilder ermöglichen.

Die Kamera besitzt übrigens einen leistungsstarken 24-Megapixel-Sensor und ist für Einsteiger oder Profis gleichermaßen gut zu bedienen. Achtung: Die D5300 nimmt zwar den Ton in Stereo auf und bietet einen Mikrofonanschluss, jedoch fehlt eine Kopfhörerbuchse. Den einzigen Nachteil findet man bei diesem Modell übrigens im Fotobereich, denn der optische Sucher ist einfach sehr klein. Wer aber hauptsächlich Videos aufnimmt, wird sich daran nicht stören, denn hier kommt ja das exzellente Display zum Einsatz.

Alternativen zur Panasonic GH4 und Nikon D5300/5500

Wer beim Thema Foto keine so großen Ansprüche stellt und nicht unbedingt in finsterer Nacht filmen will, kann mit gutem Gewissen zu einer anderen Kamera von Panasonic – neben der GH 4 – greifen, nämlich der Lumix DMC-FZ1000EG für ca. 750 Euro. Sie besitzt nur einen vergleichsweise kleinen Sensor, dafür aber ein leistungsfähiges und relativ lichtstarkes Objektiv, das sich aber nicht auswechseln lässt. Allerdings wird hier auch 4K-Video offeriert, was natürlich eine sehr interessante Sache ist. Deshalb schlägt sie sich in Sachen Bewegbildaufnahme fast so gut wie die GH4.

Alternativ dazu können Sie – zumindest was die 4K-Fähigkeiten angeht (denn bei Full-HD bietet sie „nur“ 28 MBit/s) – auch die Panasonic Lumix DMC-LX100 (siehe unser Test zu dieser Kamera!) ins Auge fassen: Diese ausgesprochen kompakte Kamera besitzt einen normalgroßen Micro-Four-Thirds-Sensor und ein fix verbautes, sehr lichtstarkes Objektiv. Der Preis von rund 700 Euro erscheint zwar auf den ersten Blick hoch, die technischen Fähigkeiten überzeugen aber und als „Immerdabei-Kamera“ ist sie sicherlich unschlagbar. In mehreren Reviews hat sie in Sachen Bildqualität sogar besser abgeschnitten, als andere System- oder Spiegelreflexmodelle.

Auch bei Nikon gibt es abseits der D5300/D5500 noch eine Sparmöglichkeit, nämlich wenn man sich für die Nikon D3300 entscheidet. Sie bietet praktisch genau die selben technischen Daten, ist aber von den Bedienelementen eher auf Amateure ausgerichtet. Deshalb ist sie vom Handling her etwas unpraktischer und das für Videos so praktische, bewegliche Display fehlt. Wer aber wirklich ein Schnäppchen sucht, bekommt das Gehäuse ohne Objektiv bereits für gerade einmal 360 Euro!

Was diese Kamera – in Verbindung mit tollen Linsen kann – zeigt folgendes Video:

Eine interessante Alternative ist außerdem die Sony Alpha 5100. Sie ist ausgesprochen handlich, dafür etwas schwer zu bedienen. Die Foto- und Videoqualität ist ausgezeichnet, wobei man leider beim sogenannten „E-Mount“ (also dem Bajonett für diese Kameras) ein etwas geringes Sortiment an Objektiven vorfindet. Die Festbrennweiten von Sony und Sigma dafür sind aber sehr empfehlenswert für die Aufnahme von Bewegtbildern.

Generelles zur Aufnahmequalität

Seit einiger Zeit bewerben die Kamerahersteller ihre Geräte mit der Aufnahmemöglichkeit in Full HD. Selbst die kleinsten Digicams und alle gängigen Smartphones haben 1080p eingebaut. Das Problem dabei: Die dafür nötige Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten wird zwar rechnerisch erreicht, es fehlt aber an einer hohen Datenrate, um wirklich sämtliche Details in bester Qualität aufzunehmen. Außerdem haben moderne Kameras häufig das Problem, dass es zu verschiedensten Verzerrungen (etwa bei Bewegungen) kommt, was selbst ungeübten Augen auffällt. Insofern sollte man sich nicht zu sehr auf die Werbe-Slogans der Hersteller verlassen.

Und auch das Marketing für das neue Ultra High Definition (UHD) bzw. 4K bei Fernsehern ist nicht viel mehr als eine clevere Verkaufsstrategie, denn man muss schon wirklich sehr große TV-Geräte kaufen, um hier einen Unterschied zu 1080p feststellen zu können. Wer mehrere tausend Euro übrig hat, um einen Wohnzimmer-füllenden Monitor anzuschaffen, wird sich freuen. Für den Durchschnittskonsumenten bringt diese Technik aber nichts. Vor allem auch deshalb nicht, weil es bislang noch praktisch gar keine Inhalte in dieser hohen Auflösung gibt. Denn Blu-ray Disks oder andere Silberscheiben in 4K kommen erst auf den Markt und bis auf einige vereinzelte Filme oder Serien bei den bekannten Streaming-Diensten gibt es noch nichts anzusehen. Und die meisten TV-Sender bieten momentan überhaupt nur 720p, also „HD ready“.

Trotzdem macht es bei der Produktion Sinn, in möglichst guter Qualität aufzunehmen. Deshalb ist hier UHD bzw. Cinema 4K durchaus sinnvoll, wenn man Videos auf dem großen Schirm wiedergeben will. Wer Inhalte an TV-Sender verkaufen will, benötigt lediglich Full-HD, da es in absehbarer Zeit kaum die Chance gibt, höhere Qualitäten zu übertragen.

Full-HD oder 4K?

Ohne Zweifel ist Full HD derzeit die übliche, beste Stufe bei Videomaterial. Dabei handelt es sich um die Formate 1080p (bzw. 1080i) mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln. Die nächste Qualitätsstufe wird im professionellen Bereich Cinema 4K sein bzw. bei Heimelektronik Ultra High Definition. Letzteres bietet eine Auflösung von 3840 mal 2160 Bildpunkten und somit eine vier Mal so hohe Auflösung wie Full HD. Die derzeit im Handel massiv beworbenen Fernseher und Monitore sind auf diese Qualität ausgerichtet. Das professionelle Cinema 4K mit 4096 mal 2304 Pixeln ist wiederum die Weiterentwicklung von 2K, das als Maßstab für Kinokameras und Projektoren gilt. Im Heimbereich gibt es dafür aber keine Anwendungsbereiche und die TV-Sender übertragen ausschließlich in 720p bzw. 1080p, also die Formate für Consumer Electronics. Wer übrigens daran denkt, einen selbst gedrehten Film ins Kino zu bringen (was gelegentlich vorkommen könnte …), hat aber selbst bei 1080p genügend Möglichkeiten und ausreichend Auflösung, weil 2K kaum höher auflöst.

Datenübertragungs- und Bitraten im Überblick

Um eine möglichst gute Qualität von Videos zu erzielen, müssen die technischen Parameter natürlich stimmen. Professionelle Kameras für den TV-Einsatz, die so viel wie eine Limousine kosten, zeichnen 50 Mbit/s auf. Sendefähiges Material (aus einem Schnittprogramm) wird von den Fernsehanstalten ab 8 Mbit/s akzeptiert (d.h. 1 Minute fertiger Film hat dann rund 500 MB).

Wichtig ist bei der Videoaufnahme, dass man ausreichend schnelle Speicherkarten verwendet. Die inzwischen bezahlbaren SDHC-Modelle der Class 10 schaffen normalerweise ca. 60 Mbit/s, was rund 8 Megabyte pro Sekunde entspricht. Das reicht für Full HD. Bei Cinema 4K bzw. UHD braucht man dann eine SDXC-Karte der Class 10, sie kommt mit der Bitrate der in diesem Artikel erwähnten Panasonic GH4 zurecht.

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