Wasserschaden beim Smartphone bzw. Handy: Was tun, wenn iPhone, Galaxy und Co. nass werden?

So retten Sie Ihr teures Gerät, wenn es mit Feuchtigkeit in Berührung gekommen ist!

Moderne Smartphones sind, mit Ausnahme spezieller, wasser- und staubgeschützter Modelle wie der Samsung Galaxy Xcover-Reihe, normalerweise nicht besonders hart im Nehmen: Rasch führt eine unfreiwillige Begegnung mit Feuchtigkeit zu einem Totalschaden. Das ist besonders bei den teuren, aktuellen Gadgets wie dem iPhone natürlich ärgerlich, wenn man sich um einen Ersatz kümmern muss und vielleicht sogar wichtige Daten verloren sind.

Eines ist klar: Stürze und Wasserkontakt sind jene Unfälle, die das Handy-Leben am ehesten beenden. Normalerweise ist man in so einer Situation auch nicht versichert, außer man hat ein entsprechendes Package abgeschlossen. Erhältlich sind Handyversicherungen teilweise bei den Mobilfunkunternehmen (siehe unsere Liste der Handynetzbetreiber) oder zum Beispiel bei den Händlern, wie etwa bei Amazon für direkt dort gekaufte Produkte. Normalerweise muss der Vertrag zeitgleich (oder zeitnah) mit dem Kauf abgeschlossen werden. Achten sollte man auf einen etwaigen Selbstbehalt und die genauen Konditionen, die beispielsweise im Zusammenhang mit einem Wasserschaden oder Diebstahl greifen.

Der Großteil der Handybesitzer muss einen entstandenen Schaden selbst tragen. Und auch in Sachen Garantie bzw. Gewährleistung hat man schlechte Karten, denn der Hersteller des Geräts ist natürlich dafür nicht verantwortlich.

Unser Tipp: Wenn Sie ein Smartphone bzw. Handy (oder auch Tablet) haben, dass wegen eines Wasserschadens vollkommen kaputt ist, lohnt es sich oft nicht mehr, dieses überhaupt zur Reparatur zu schicken. Im schlimmsten Fall müssen Sie sogar für die Begutachtung des Schadens bezahlen, denn so mancher Händler bzw. eine Vertragswerkstätte des Herstellers verlangt für einen Kostenvoranschlag eine Gebühr. Es gibt übrigens viele Smartphones, die Indikatoren für Wasserkontakt besitzen. Diese sind teilweise von außen sichtbar, oder – wie etwa bei Apple seit dem iPhone 5 – versteckt, quasi „unter der Haube“ angebracht :

 

Welche Arten von Wasserschäden gibt es eigentlich?

Moderne Handys sind Hightech-Geräte, die gerade Stürze und Wasserberührungen nicht gut überstehen
Moderne Handys sind Hightech-Geräte, die gerade Stürze und Wasserberührungen nicht gut überstehen

Man kennt die Situation ja: Man hat das Smartphone in der Hemdtasche und beugt sich über die Toilette oder man hält das Gerät in der Handy und es fällt ins Waschbecken oder die Badewanne. Das Ergebnis ist nahezu immer das selbe: Ein Wasserschaden sorgt dafür, dass Hightech-Teil nicht mehr (richtig) funktioniert. Besonders gefährlich sind auch Urlaube am Strand, wo eine Mischung aus Salzwasser und Sand für jedes Smartphone tödlich sein kann.

Doch es müssen gar keine solchen großen Schäden sein, die das Leben eines Handys beenden. Nicht selten reicht ein heftiger Regenguss oder etwas Schnee in der Jackentasche, damit das Gerät defekt ist. Auch das Liegeblassen im Auto – bei geöffnetem Fenster oder Schiebedach – birgt einiges an Gefahr, wobei hier entweder Feuchtigkeit oder aber Hitze das Problem sein können.

Nicht selten landet ein Smartphone auch aus Versehen in der Waschmaschine, wobei hier normalerweise jeder Rettungsversuch zwecklos ist.

Häufig wird auch die Bedrohung durch Kondenswasser unterschätzt. Dieses entsteht bei größeren Temperaturveränderungen. Insofern haben Handys eigentlich nichts in überhitzten Badezimmern verloren. Die empfindlichen elektronischen Bauteile des Smartphones können dabei Schaden nehmen, etwa wenn ein Kurzschluss eintritt oder Rost entsteht. Wenn ein Gerät einer solchen Situation ausgesetzt ist, sollte man es zunächst einmal ausschalten und dann so lagern, dass die Temperaturunterschiede möglichst abgefedert werden und es sich langsam an die neuen Gegebenheiten gewöhnen kann. So verhindert man Langzeitschäden am wirkungsvollsten.

Der Schutz vor Feuchtigkeit

Generell ist es am besten, wenn man das Smartphone in einer Schutzhülle transportiert. Selbst die preiswertesten Ausführungen sind besser als gar nichts. Außerdem gibt es Taschen, die so dicht sind, dass man damit sogar im Meer tauchen kann. Allerdings leidet dabei natürlich die Benutzerfreundlichkeit des Geräts häufig etwas. Wer aber zum Beispiel beruflich in einer feuchten, schmutzigen Umgebung tätig ist, sollte durchaus auf eine solche Lösung setzen. Ein wirklich sinnvoller Tipp ist, dass man bei Regen, Schneefall oder in einer sonst irgendwie „technikunfreundlichen“ Umgebung am besten mit dem Headset telefoniert und das Handy gut verstaut in einer Tasche lässt.

Unser Tipp: Generell gibt es ja inzwischen jede Menge Zubehör für Smartphones der unterschiedlichsten Marken. Dazu gehören externe Akkus genauso wie Taschen oder Cover, die exakt auf das jeweilige Modell zugeschnitten sind. Gerade bei Amazon.de gibt es diesbezüglich eine riesige Auswahl an wasserfesten Taschen oder sonstigen Schutzhüllen, die Feuchtigkeit oder Staub von Ihrem wertvollen Gerät fernhalten.

Was tun nach einem Wasserkontakt?

Nicht jedes Smartphone übersteht eine Wasserberührung gut
Nicht jedes Smartphone übersteht eine Wasserberührung gut

Natürlich sind – von manchen Zeitgenossen wohl gemeinte Ratschläge – wie das Erwärmen mit einem Föhn oder ein kurzes in den Backofen-Schieben ausgesprochen kontraproduktiv. Dass ein Smartphone auch nichts in der Mikrowelle zu suchen hat, um es dort zu temperieren, sollte sich von selbst verstehen …

Wenn es dann tatsächlich passiert ist und das Handy feucht geworden ist, muss man es sofort ausschalten. Nach Möglichkeit sollte man das Gerät öffnen, den Akku, die SIM-Karte und eventuelle Speicherkarten entfernen und das Innenleben abtrocknen. Doch immer mehr Smartphones besitzen eine fest verbaute Batterie und können gar nicht so einfach aufgeschraubt werden, weil man dazu spezielles Werkzeug benötigt. In so einem Fall ist guter Rat teuer. Man kann höchstens versuchen, das Smartphone vorsichtig in der Nähe eines Heizkörpers trocknen zu lassen. Natürlich muss man zuerst das vorhandene Wasser aus dem Gehäuse schütteln.

Wen das Handy mit Cola, Kaffee oder Salzwasser in Berührung gekommen ist, hilft auf jeden Fall nur ein Gang in die nächstgelegene Fachwerkstatt oder wenigstens in einen Handyshop, wo man das Gerät fachmännisch öffnen kann. Gerade an Urlaubsorten gibt es häufig spezielle Geschäfte, die genau auf solche Fälle spezialisiert sind. So wird das Smartphone vielleicht gerettet und man verhindert Spätfolgen, die erst zuhause wirklich erkannt werden.

Darüber hinaus gibt es Experten, die das Gerät komplett zerlegen und die Platine in ein Alkoholbad oder eine Spezialflüssigkeit legen, um sie anschließend trocknen zu lassen. Diese Behandlung ist umstritten und sollte nur im Extremfall angewandt werden. Für Endverbraucher kommt sie aber ohnehin nicht in Frage. Das selbe gilt auch für eine Ultraschall-Reinigung.

Übrigens: Wer selbst damit beginnt, am Handy herumzuschrauben, riskiert nicht nur einen weiteren Schaden, sondern auch den Totalverlust der Garantie. Wer sich so etwas zutraut, sollte natürlich alle Bereiche des Geräts komplett abtupfen und so trocknen. Wenn Salzwasser eingedrungen ist, sollte man durchaus soweit gehen und das Smartphone mit destilliertem Wasser abspülen, denn das ist das kleinere Übel.

Das Handy in Reis einlegen?

Immer wieder liest man im Internet davon, dass man ein nass gewordenes Smartphone in handelsüblichen Reis legen soll. Zwar ist dieser Tipp durchaus eine Überlegung wert, wenn man keine andere Lösung hat, allerdings besteht hier die Chance, dass das Handy verklebt wird oder möglicherweise vorhandener Staub oder Abrieb zusätzlichen Schaden anrichtet. Eher sinnvoll ist die Verwendung von Kieselgel („Silica Gel“), dieses findet man regelmäßig in Schuhkartons oder ähnlichem. Im Handel gibt es sogar speziell für solche Unglücke verfügbare Sets. Auf diese Weise entzieht man die Feuchtigkeit: Das Handy dafür einfach ein oder zwei Tage in einem gut verschlossenen Behälter liegen lassen und auf eine gute Wirkung hoffen. Auch das Einpacken in ein saugendes Material (also beispielsweise Papiertaschentücher oder Stücke einer Küchenrolle) sind als Notfallmaßnahme ratsam.

Unser Tipp: Nehmen Sie einen Wasserschaden oder zu hohe Feuchtigkeit nicht auf die leichte Schulter. Denn selbst wenn das Gerät abgetrocknet wurde, kann Korrosion auftreten. Sie sorgt für den Tod des Handys. Selbst wenn kein offensichtlicher Schaden nach einem Feuchtigkeitskontakt zu sehen ist, lohnt es sich doch, es von einem Profi untersuchen zu lassen. Hier geht man teilweise mit dem Mikroskop an die Arbeit und mit jeder Menge Fachwissen. (Fotos: Foto: Pixabay.com/Public Domain)

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