Im Test: Der Gericom TV-Tuner USB 2.0 bei den Diskontern Aldi und Hofer

Immer mehr Menschen möchten auch am Computer fernsehen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man braucht weniger Platz am Schreibtisch, denn der Monitor ist ja schon vorhanden. Im Fall eines Notebooks ist man außerdem ungebunden und kann überall die neuesten Nachrichten, Sportsendungen bzw. Filme sowie Serien sehen. Dank er zukunftsträchtigen Technik des digitalen Antennenfernsehens ist auch die Qualität besser als bei analogen Signalen, dafür muss allerdings ein ausreichender Empfang vorhanden sein, denn sonst bleibt der Schirm schwarz. Natürlich kann man die Programme auch aufnehmen und damit hat man einen Videorecorder am PC. Anschließend lassen sich die Sendungen auf der Festplatte speichern oder man brennt sie auf eine CD-ROM bzw. DVD.

Externer Empfänger für DVB-T auch mit Radio

Die hier getestete USB 2.0 TV-Box von Gericom funktioniert übrigens nicht nur für analoges Fernsehen, sondern liefert auch DVB-T auf den Computerschirm und dient als Hörfunk-Tuner.

Die Diskonter Hofer (www.hofer.at) bzw. Aldi (www.aldi.de) verkauf(t)en ab 18. Juli 2005 (und wieder ab 12. September 2005 bzw. 29. Mai 2006) einen externen TV-Tuner, der über die USB 2.0-Schnittstelle an einen PC angeschlossen werden kann. Leider fehlt bei dem Gericom-Gerät sowohl im Prospekt als auf der Verpackung in der Filiale eine Angabe der zum Betrieb nötigen Hardware, obwohl überall der Hinweis „Bitte Systemvoraussetzungen beachten!“ prangt. Die Nachfrage bei einer Verkäuferin ergab, dass das Gerät „eh umgetauscht werden könne“, falls es nicht funktionieren sollte. Hier unser Test …

Digitales bzw. analoges Fernsehen per USB

Für den Preis von 74,99 (früher: 79,99) Euro bekommt der Kunde eine kleine TV-Box (ca. 11x9x3 cm), die per USB 2.0 an den stationären PC oder an ein Notebook angeschlossen wird. Beigelegt ist eine digitale Antenne, die den Empfang von DVB-T ermöglicht und deshalb auch für zukünftige Fernseh-Signale geeignet ist. Da das digitale Fernsehen DVB-T zum Verkaufszeitpunkt vielerorts gewissermaßen noch in den Kinderschuhen steckt, fällt der diesbezügliche Test flach. Weiters befindet sich in der Verpackung eine Bandantenne für das Radio, mehrere Antennenadapter, ein spezielles USB-Kabel, eine Fernbedienung, die nötige CD-ROM und eine „Kurz-Installations-Anleitung“. Verbunden werden soll der „TV Tuner USB 2.0“ in unserem Fall mit einem Rechner, der mit einem AMD Sempron 2400+ und 512 MB RAM ausgestattet ist, was für den Betrieb reicht.

Installation und praktischer Betrieb des TV-Tuners

Zuerst muss von der CD-ROM DirectX 9.0 installiert werden, falls es nicht schon auf dem Rechner läuft. Dann steckt man das USB-Kabel an die Box und an den PC, worauf „ULI M9207“ und später die „USB 2.0 DVB-T Hybrid TV BOX“ erkannt und installiert wird. Dann gibt es auch schon das erste Problem, da eine „Installation diskette 1“ verlangt wird. Hier muss man improvisieren und im Auswahlmenü auf das CD- bzw. DVD-Laufwerk in dem sich die CD-ROM befindet klicken und dort „TVBOX“ auswählen. Dann folgt noch eine weitere Hardware-Erkennung mit Installation und das „DTV Setup“, das von CD-ROM gestartet werden muss. Nach einem Neustart des Rechners ist die TV-Box lauffähig.

Statten Sie Ihr Notebook mit TV-Empfang aus
Statten Sie Ihr Notebook mit TV-Empfang aus (Illustration: Pixabay.com)

Da die Verpackung von Radio, über Teletext bis zu MPG1/2/4-Aufnahme einiges verspricht, sind wir sehr auf die Funktion des Gericom TV-Tuners gespannt. Immerhin gibt es externe Fernsehempfänger bereits seit Jahren und unsere Erfahrungen damit sind größtenteils weniger interessant gewesen: Viele externe Karten waren zu langsam, um sie sinnvoll zu nutzen und interne Karten fielen häufig durch fehlerhafte Software auf. Durch den schnellen USB 2.0-Anschluss beim Gericom-Tuner kann ja grundsätzlich die Qualität wirklich gut sein. Bedauerlicherweise stürzt bei der Box die Aufnahme-Software sofort nach dem Programmstart ab. Irgendwann reagiert der PC dann nicht mehr und erst der Aus-Schalter ermöglicht den nächsten Versuch, bei dem wir ein Videosignal per Chinch-Stecker aufnehmen wollen.

Ein Klick auf „AV in“ sollte eigentlich zu einem Signal führen. Leider bleibt aber der Bildschirm schwarz. Erst das Abtrennen der Box vom USB-Kabel und das neuerliche Anschließen erweckt dann die ganze Anwendung zum Leben und Aufnahmen sind möglich.

Unser Test-Fazit: Mit dem Gericom TV-Tuner kann man durchaus brauchbare Aufnahmen machen, leider ist die Software schlecht. Hier ist es sinnvoll, sich im Internet nach alternativen Programmen umzusehen. Negativ fällt die entstehende Hitze auf, wenn die Box am Kabel hängt und, dass das USB-Gerät öfter mal nicht richtig erkannt wird. Da die Bild- bzw. Tonumwandlung im PC stattfindet, sollte dieser mit einem schnellen Prozessor (mind. 2 GHz) ausgestattet sein. Die diversen Codecs für das komprimierte Aufnehmen von Videomaterial müssen leider getrennt auf dem PC installiert werden, falls diese noch nicht vorhanden sind.

Alternativen zum Gericom TV-Tuner USB 2.0:

Der Preis für den Empfänger ist zwar grundsätzlich interessant, ums selbe Geld gibt es aber auch zahlreiche Alternativen, die wohl etwas zuverlässiger sind und von Herstellern stammen, die auf den Bereich TV-Karten spezialisiert sind. Unsere Empfehlung: Verwenden Sie besser eine interne Variante, z. B. die PCMCIA-Karte AVerTV Hybrid von AVerMedia, die wir auch getestet haben, sofern Sie einen Tuner für das Notebook brauchen. Wir erzielten damit gute Ergebnisse. Wenn Sie am Desktop-PC fernsehen möchten, wählen Sie eine Variante für den PCI-Slot.

Unser Tipp: Eine umfangreiche Auswahl an TV-Karten aller Preisklassen gibt es bei Amazon.de. Dort können Sie außerdem unterschiedlichste Computer, passende Software und alles nur denkbare Zubehör kaufen. Anhand der dortigen Kundenrezensionen ist es möglich, sich vor der Bestellung ein Bild der gewünschten Ware zu machen. Falls das betreffende Produkt Sie anschließend nicht überzeugt, können Sie es problemlos innerhalb der geltenden Fristen zurückgeben oder umtauschen.

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