Wireless-Drucker mit Scanner und Fax im Review: Der Test des HP Officejet 6600 e-All-in-One Multifunktionsgeräts

Erst vor kurzem hatten wir den Epson Expression Home XP-415 Multifunktionsdrucker einem Test unterzogen und nun möchten wir Ihnen ein ähnliches Gerät vorstellen, nämlich den HP Officejet 6600 e-All-in-One. Zwar sind die Unterschiede der beiden Modelle nicht für jedermann auf den ersten Blick erkennbar, doch sie sind vorhanden und durchaus spürbar. Genau diese Details können eventuell einen Einfluss auf die Kaufentscheidung haben. Hier alle Infos dazu …

Der HP Officejet 6600 geht übrigens für rund 110 Euro über den (virtuellen) Ladentisch und gehört damit im Online-Handel (etwa bei Amazon) zu den günstigeren Vertretern dieser Produktkategorie, wenn auch nicht zu den ganz billigen. Dafür bekommt man ein vergleichsweise robustes Modell, das durchaus auch für den Betrieb in kleineren Büros geeignet ist, allerdings sollte man sich nicht von den Herstellerversprechungen in Sachen Leistung bzw. Druckkosten pro Seite täuschen lassen. Schließlich verlangt HP für einen Satz Original-Patronen in der XL-Größe der Type 932 und 933 in schwarz, cyan, magenta und gelb rund 55 Euro, also etwa die Hälfte des Gerätepreises, Nachbau-Tinte kostet etwa 30 Euro.

Der HP Officejet 6600 im Test
Der HP Officejet 6600 im Test

Wie man bereits beim Erstkontakt merkt, handelt es sich beim Officejet 6600 nicht um ein „billiges“ Modell, denn er ist solide ausgeführt und kann laut HP 12.000 Seiten pro Monat schaffen. Diese Größenordnung ist aber eher von rechnerischer Natur, denn nicht viele Anwender werden ernsthaft pro Arbeitstag 400 oder sogar 500 Seiten auf einem solchen Gerät ausdrucken wollen. Und auch HP selbst empfiehlt ein deutlich niedrigeres Pensum für den Officejet. Bei normalem Gebrauch wird man damit aber sicherlich über einen längeren Zeitraum Freude haben, denn das robuste Gehäuse und die Verwendungsmöglichkeiten geben ein stimmiges Gesamtpaket ab.

Bei der ersten Installation gab sich unser Drucker etwas störrisch, denn die mitgelieferten Setup-Patronen mussten mehrmals neu eingelegt werden, bevor das Gerät sie akzeptiert. Da es im Gehäuse einen Mechanismus mit Federn gibt, wurde uns sogar eine solcher Farbbehälter Richtung Gesicht geschleudert. Man sollte also vorsichtig sein und die Patronen nicht auf Augenhöhe einlegen.

HP Officejet 6600Ansonsten gab es aber keinerlei Schwierigkeiten, bei der Inbetriebnahme des Officejet 6600: Das Verbinden mit dem eigenen WLAN-Netz funktioniert ohne Schwierigkeiten, es muss nur das persönliche Passwort des Routers eingegeben werden. Und auch ein Faxassistent sorgt für die rasche Konfiguration. Ein passendes Kabel für die Telefonbuchse wird übrigens mitgeliefert und auch zwei Adapterstecker waren beigelegt. Anders sieht das beim Thema USB aus: Ein Verbindungskabel sucht man, wie mittlerweile bei praktisch allen Druckern, vergeblich in der Verpackung. Übrigens gestaltet sich der „Zusammenbau“ des HP-Alleskönners problemlos: Man muss zuerst nur mehrere blaue Klebestreifen entfernen und dann die Papierzufuhr zusammenstecken, schon kann man loslegen!

Das Menü, das über ein berührungsempfindliches Farbdisplay bedient wird, gibt kaum Rätsel auf. Interessant ist aber die Tatsache, dass der Druck von unterwegs im Werkszustand deaktiviert ist. Wenn dieser über das Menü wieder eingeschaltet wird, kann man eine Verbindung über das Internet herstellen. Dafür druckt der Officejet 6600 ein Informationsblatt aus. Nach einer kurzen Registrierung bei HPs ePrint-Dienst kann man dann sämtliche Zusatzfeatures nutzen. Mit einer Smartphone- bzw. Tablet-App lässt sich das Gerät schließlich quasi fernsteuern.

Der HP Officejet 6600 funktioniert auch über das Internet bzw. per App
Der HP Officejet 6600 funktioniert auch über das Internet bzw. per App

Die Ergebnisse des Officejet 6600 überzeugen gleich von Beginn an: So klappt der Papiereinzug, egal ob für das Faxen oder Scannen bzw. Kopieren genau so, wie man sich das erwartet. Wer einzelne Blätter verarbeiten will, kann sie direkt auf die Glasfläche im Gerät legen. Nicht ganz so einfach ist das bei dicken Büchern, denn es gibt kein Scharnier, das den Deckel anhebt, man muss also das Ganze mit einer Hand halten. Was die Ausdrucke betrifft, sind diese qualitativ sehr gut. Praktisch ist auch der große Papiervorrat von 250 Blättern, der auch für größere Printer-Jobs ausreicht. Der Officejet 6600 (und auch der 6700) drucken übrigens mit der Original-Tinte sogar dokumentenecht und sie sind deshalb für den Einsatz bei Notaren etc. geeignet.

Der Unterschied zum „Bruder“ Officejet 6700 Premium

Es gibt mit dem Officejet 6700 Premium e-All-in-One ein nahezu baugleiches Modell von HP, das aber zusätzlich einen herkömmlichen Netzwerkanschluss (also nicht nur WLAN) besitzt und auch noch mit einer Duplex-Einheit aufwartet. Damit werden die Blätter automatisch gewendet und man kann sie beidseitig bedrucken. Somit lässt sich der Papierbedarf auf die Hälfte reduzieren. Darüber hinaus gibt es auf der Vorderseite einen USB-Anschluss, über den man eine Kamera direkt andocken kann oder man verwendet einen externen Card-Reader, um auf die Bilder einer Speicherkarte zugreifen zu können.

Vor- und Nachteile des HP Officejet 6600

+ sehr gute Druckqualität
+ sämtliche Funktionen in einem Gerät
+ automatischer Papiereinzug
+ günstiger Anschaffungspreis
+ WLAN
+ dezentrales Drucken
+ App für Smartphone und Tablet
+ klappbarer Touchscreen
+ Erklärvideos für die Funktionen
+ dokumentenechtes Drucken
+ praktischer Standby-Modus
+ Scan-to-Text mit Microsoft Word
+ Duplex und Ethernet (Officejet 6700)

– Erstinstallation etwas hakelig
– teure Originaltinte
– druckt nur, wenn alle Patronen gefüllt sind
– Scanner nicht für Bücher geeignet

HP Officejet 6600Unser Test-Fazit: Nachdem die Erstinstallation geklappt hat und die Tintenpatronen endlich vom Gerät akzeptiert sind, setzt sich der gute Eindruck fort, der beim Auspacken entstanden ist. Der Officejet 6600 e-All-in-One ist gut verarbeitet, funktioniert tadellos und bietet gute Ergebnisse. Egal ob man einfach nur etwas ausdrucken will, eine Kopie benötigt oder ein Fax verschicken will – alles klappt ordentlich und schnell. Wer sich darüber hinaus an die Verwendung einer App im Zusammenhang mit einem Smartphone oder Tablet gewöhnt hat, wird diese Möglichkeit nicht mehr missen wollen. Offenbar gibt es im Gehäuse einen Lüfter, der verrichtet seinen Dienst aber ziemlich unauffällig. Und auch sonst hält sich die Lärmbelästigung, wenn der Officejet „arbeitet“, absolut in Grenzen. Aufgrund der Summe der Eigenschaften und in Anbetracht des günstigen Anschaffungspreises können wir dieses HP-Modell – genauso wie zahlreiche andere, namhafte Tester – wirklich empfehlen. Allerdings sollte man sich bei größeren Druckvolumen durchaus überlegen, ein Gerät mit niedrigeren Kosten pro gedruckter Seite zu kaufen. Auch wenn man besonders viele Fotos in den üblichen Formaten wie 10×15 oder 13×18 herstellen lassen möchte, wird man eher eine Alternative wählen, denn für diesen Zweck gibt es deutlich besser optimierte Drucker. Wer aber ein zuverlässiges Allround-Talent für praktisch alle Office-Zwecke sucht, ist beim HP 6600 bzw. 6700 genau richtig.

Ein – in den einschlägigen Diskussionsforen bzw. in Kundenpostings bei Amazon.de – angesprochener Negativpunkt am Officejet 6600/6700 ist die Tatsache, dass er seinen Dienst einstellt, wenn ihm die Farbe ausgeht. Diese benötigt er nämlich selbst für Schwarz-Weiß-Drucke. Es ist deshalb absolut sinnvoll, stets Ersatzpatronen daheim zu haben.

Hier noch ein kurzes Video, das Ihnen die Inbetriebnahme des HP Officejet 6600 zeigt:

Grundsätzliches zu Multifunktionsgeräten

Generell gibt es seit einigen Jahren ja nicht nur für Endkunden bezahlbare Drucker, sondern auch Kombinationen, die einen Scanner, Kopierer und ein Fax mitbringen. Normalerweise sind diese – so wie das beim Officejet 6600 der Fall ist – mit Tintenstrahltechnik ausgestattet. Inzwischen existieren aber auch günstige Varianten als Laserdrucker. In Sachen Qualität gibt es heute immer noch kleine Unterschiede, wobei Tintenmodelle eher für den hochwertigen Fotodruck geeignet als ihre Laser-Pendants, die dafür bei den Druckkosten für Dokumente normalerweise eine Nasenlänge voraus sind.

In jedem Fall erhält man aber mit einem Multifunktionsgerät eine perfekte Lösung für das Home-Office oder ähnlich Zwecke, bei denen man nicht gerade vorlaufend größere Seitenanzahlen verarbeitet.

Unser Tipp: Den HP Officejet 6600 können Sie günstig bei etwa bei Amazon.de bestellen. Dort gibt es auch passendes Zubehör, wie etwa USB-Kabel, Papier und natürlich Tintenpatronen als Original oder Nachbau.

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