Das Steinberg UR22 Audiointerface im Praxis-Test: Die USB 2.0 Soundkarte für PC und Mac mit Cubase AI 7 im Review

In diesem Test geht es um ein praktisches und günstiges Gerät von Steinberg, mit dem man qualitativ hochwertige Audio-Aufnahmen am Computer machen und den Sound auch wieder perfekt Richtung Lautsprecher schicken kann. Das ist nötig, wenn man Podcasts, eigene Songs oder Sonstiges am PC oder MAC produzieren will und dabei auf eine professionelle Technik Wert legt.

Das Steinberg UR22 kostet trotzdem nicht die Welt, nämlich gerade einmal 110 bis 120 Euro (zum Beispiel bei Amazon.de). Dabei handelt es sich – laut Hersteller – um das beste Audiointerface seiner Klasse. Ob diese Einschätzung stimmt, wollen wir in unserem Review herausfinden.

Warum überhaupt eine externe Soundkarte?

Zunächst stellt sich die Frage, weshalb man diese Hardware eigentlich kaufen sollte, schließlich hat ja praktisch jeder Computer einen Audioausgang und in der Regel auch einen -eingang. Wenn man hier aber einen Kopfhörer anschließt, merkt man rascht, dass es in den allermeisten Fällen brummt und rauscht. Das mag zwar bei der Verbindung zu einer Stereoanlage oder zu Aktivboxen kein großes Problem sein, wenn man aber auf etwas höhere Ansprüche Wert legt, muss eine Alternative her. Das selbe gilt insbesondere für die Aufnahme von externen Klangquellen wie Instrumenten oder Mikrofonen. Diese gibt es zwar inzwischen mit direktem USB-Anschluss, doch der Großteil des professionelles Equipments setzt nach wie vor auf rein analoge Lösungen, die dann extra digitalisiert werden müssen.

Genau hier tritt das UR 22 auf den Plan: Damit kann man zwei unterschiedliche Klangquellen (zum Beispiel Mikrofon und E-Gitarre) bzw. ein Stereo-Signal in den Rechner einspeisen. Jeder Kanal verfügt über eine eigene Kombi-Buchse, die für XLR- und Klinkenstecker gleichermaßen geeignet ist. Dazu gibt es jeweils einen Gain-Regler. Er verstärkt das Signal und sorgt gerade bei Mikrofonen für einen vergleichsweise sehr rauschfreien Sound. Wer ein Großmembran-Kondensatormikro anschließen will, kann mit einem (leider etwas unpraktisch auf der Rückseite angebrachten Schalter) eine 48 Volt Phantomspeisung aktivieren. Achtung: Diese liegt bauartbedingt immer gleichzeitig an beiden Kanälen an! Kanal 2 besitzt als Extra noch einen „Hi-Z“-Knopf, mit dem besonders starke Signale beschnitten werden können, was beispielsweise bei einer Elektrogitarre Sinn macht. Über blinkende bzw. leuchtende Peak-LEDs kann man sofort die richtige Einstellung finden.

Das Steinberg UR22 USB 2.0 Audiointerface und Mikrofon-Preamp
Das Steinberg UR22 bietet unterschiedlichste Anschlüsse

Zusätzlich gibt es noch einen Kopfhörer-Anschluss mit eigener Lautstärke und einen Master-Output mit Regelung, der über Klinkenstecker eine Verbindung z. B. zu einem Verstärker bereitstellt. Sehr praktisch ist darüber hinaus die Möglichkeit, den vorhandenen Sound der Ein- und Ausgänge gleichzeitig zu hören. Das geschieht mit Hilfe des „Mix“-Reglers, wodurch beispielsweise ein Playback vom Computer zu einem Live-Gesang hinzugefügt werden kann. Hier sind unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten denkbar. Wer als DJ oder Musiker das Signal vom Rechner vorhören will, muss dies entweder über die Buchse am Rechner bzw. Notebook oder über eine zusätzliche Soundkarte tun, das geht beim UR22 nicht direkt.

Auf der Rückseite des Gehäuses sind als Bonus noch zwei MIDI-Anschlüsse vorhanden. Besitzer älterer Geräte, wie etwa Synthesizer bzw. Keyboards, werden darüber garantiert froh sein.

Hier ein kurzes Video unserer Redaktion, das Ihnen das Steinberg UR22 etwas näherbringt:

Das Steinberg UR22 Audiointerface im Review

Das Steinberg UR22 USB 2.0 Audiointerface und Mikrofon-Preamp
Das Steinberg UR22 USB 2.0 Audiointerface ist auch ein und Mikrofon-Preamp mit 48 Volt Phantomspeisung

Natürlich gibt es auf dem Markt eine ganze Reihe sehr ähnlicher Audiointerfaces von praktisch allen namhaften Herstellern. Das Steinberg UR22 sticht hier aber in mehrfacher Hinsicht hervor: Einerseits bietet es die sehr rauscharmen „D-Pre“ Class-A-Vorverstärker von Yamaha, die man sonst nur in deutlich teureren Geräten findet. Andererseits kommt dazu das sehr gute Metallgehäuse, das auch den rauen Alltag auf der Bühne übersteht. Weitere Pluspunkte sind die Zuverlässigkeit, der handlichen Box, die in unserem Test keine Probleme machte und auch die mitgelieferte Software, die für unterschiedlichste Zwecke geeignet ist. Das UR22 benötigt außerdem keine eigene Stromversorgung. Somit kann man damit gut unterwegs aufnehmen, ohne dass man mehr als ein Notebook benötigt. Es gibt keinen Kabelsalat und keinen Ärger mit Steckdosen oder zusätzlichen Akkus.

Die Audiosoftware Cubase AI 7 im Test

Das Steinberg UR22 Audiointerface bietet viel Gegenleistung zum kleinen Preis
Das Steinberg UR22 Audiointerface bietet viel Gegenleistung zum kleinen Preis

Die Retail-Verpackung des UR22 beinhaltet neben dem Audiointerface und den Treibern auf CD-ROM auch noch einen Lizenzcode für eine abgespeckte Cubase-Version: Das gut 2 GB große AI 7 steht als Download auf der Hersteller-Website zur Verfügung, bis es auf Festplatte gebannt ist, dauert es übrigens rund eine Stunde. Für die Nutzung des Programms braucht man sich nur zu registrieren und online den Aktivierungscode sowie Seriennummer des UR22 einzugeben, schon steht die Software zur Verfügung. Nach der Installation muss man noch extra eine Lizenz herunterladen, denn sonst hat man lediglich eine Demoversion mit maximal 300 Programmstarts von Cubase AI 7 zur Verfügung. Den mitgelieferten MP3-Encoder kann man übrigens generell nur 20 mal einsetzen, dann wird eine Gebühr von 15 Euro fällig.. Außerdem erhält man eine vergünstigte Upgrade-Möglichkeit auf Cubase Elements 7: Während unseres Testzeitraums verlangte Steinberg 40 Euro dafür, was einem Rabatt von 60 Prozent entspricht, rund die Hälfte spart man auch beim Umstieg auf das vollwertige Cubase, das 600 Euro kostet. Da das UR22 relativ neu ist, unterstützt es übrigens alle aktuellen Betriebssystemversionen von Windows und Mac OS.

Cubase AI 7 selbst bietet grundsätzlich alles, was man von einem modernen Programm für Audioproduktionen verlangt. Auch etliche Effekte und Mastering-Optionen sind vorhanden. MIDI lässt sich ebenso einbinden und man kann auch Videos nachvertonen. In Summe handelt es sich dabei um eine wirklich gute Lösung für den Großteil der UR22-Besitzer.

Unser Test-Fazit: Man muss schon wirklich genau hinschauen (oder besser -hören) um Negativpunkte bei diesem Steinberg-Interface zu finden. Lediglich der etwas schlecht auf der Rückseite platzierte, mickrige Schalter für die Phantomspeisung passt nicht ganz in das stimmigen Erscheinungsbild. Der Preis des UR22 ist wirklich für jeden leistbar und trotzdem überzeugt der Klang, der sich kaum von professionellen Pendants unterscheidet, die leicht das fünf- oder zehnfache kosten können. Dazu kommt eine latenzfreie Signalverarbeitung und die fehlerfreie Zusammenarbeit mit Cubase. Viele kleine Details und natürlich die Summe der Leistung ergeben deshalb für uns eine KAUFEMPFEHLUNG: Von der einfachen Software-Installation über die robuste Bauweise des Interfaces bis hin zur Soundqualität können wir das Steinberg UR22 selbst ambitionierten Usern mit gutem Gewissen ans Herz legen.

Alternativen zum Steinberg UR22: Beliebte Mitbewerber in dieser Geräteklasse der Audiointerfaces sind in erster Linie das Focusrite Scarlett 2i2 oder die PreSonus AudioBox 2×2. Das Focusrite besitzt (im Gegensatz zu den teureren Preamps dieses Herstellers) aber ein etwas höheres Rauschen. Beim Presonius gibt es nur USB 1.1, was bei gewissen Konfigurationen in Sachen Bandbreite etwas wenig sein könnte. Beide Konkurrenzmodelle sind von ihrer Leistung her dem UR22 aber sehr ähnlich und man wird wohl nur im Messlabor einen deutlichen klanglichen Unterschied feststellen können. Rechnerisch liefert das Steinberg UR22 die höchste Auflösung, die man sonst nur im wirklich professionellen Studiobereich findet. Unterschiede gibt es bei der mitgelieferten Software, die eventuell im einen oder anderen Fall eine Kaufentscheidung beeinflussen könnte, je nachdem ob man Ableton Live Lite 8 beim Scarlett 2i2, den PreSonus Studio One Artist oder eben Cubase AI 7 beim Steinberg verwenden will.

Vor- und Nachteile des Steinberg UR22:

+ günstiger Preis
+ sehr gute Klangqualität
+ robustes Metallgehäuse
+ 24-bit/192kHz Auflösung
+ rauschfreie Mikrofonverstärkung
+ latenzfreie Signale
+ MIDI in/out
+ 48 V Phantomspeisung
+ keine externe Stromquelle nötig
+ brauchbare Audiosoftware Cubase AI mitgeliefert
+ attraktives Upgradeangebot auf Cubase-Vollversionen

– Phantomspeisung immer auf beiden Kanälen
– Schalter für Phantomspeisung auf der Rückseite

Unser Tipp: Das Steinberg UR22 ist günstig bei Amazon.de erhältlich. Dort gibt es auch vergleichbare Geräte und passendes Zubehör wie Kabel, Stecker und vieles mehr. Selbstverständlich können Sie beim größten Online-Händler auch Computer und Software etc. kaufen.

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