Der Roboter-Ball Sphero 2.0 im Test: Das iOS & Android Gaming-System im Review

Es gibt einige Dinge, die man sich vor dem Siegeszug der Smartphones und Tablets eigentlich gar nicht vorstellen konnte: Niemand hätte gedacht, dass man für fast jeden Zweck einmal eine passende App parat haben könnte und die handlichen Geräte eine echte Alternative zu einem konventionellen Computer zuhause werden würden.

Inzwischen sind unzählige Hersteller auf den sich schnell bewegenden Zug des Zubehör für Apple, Samsung & Co. aufgesprungen und dadurch ist ein Millionenmarkt für allerlei Extras entstanden, die das Leben mit iPhone oder Galaxy deutlich angenehmer machen: So gibt es verschiedenste funktionelle Taschen oder Cases, Lade- bzw. Synchronisationskabel und allerlei Zusatzakkus, mit denen die mobilen Stromfesser unterwegs länger betrieben werden können.

Nun gibt es ganz neue Zubehör-Kategorien, die immer neue Möglichkeiten bieten und innovative Startups sorgen dafür, dass plötzlich Gadgets wie die Pebble Smartwatch oder andere vermeintliche „Spielereien“ auf dem Markt auftauchen. Doch solche Geräte sind weit mehr als nur nette Extras, die man zum Zeitvertreib einsetzen kann. Vielmehr zeigen sie, welche neuen Technologien heutzutage bereits möglich sind und wie vielfältig ihre Einsatzchancen sind.

Im Test: Der Sphero 2.0 Roboter-Ball von Orbotix
Im Test: Der Sphero 2.0 Roboter-Ball von Orbotix

Das gilt natürlich auch für ein weiteres Hightech-Teil, das wir Ihnen in diesem Kurztest vorstellen möchten: Den Sphero 2.0 Roboter-Ball. Dieser revolutioniert besonders das Spielerlebnis am Smartphone und Tablet.

Allgemeines zum Sphero 2.0 von Orbotix:

Das per App für iOS bzw. Android gesteuerte Gadget wird über Bluetooth verbunden und dann kann man es in unterschiedliche Richtungen bewegen. Das funktioniert entweder durch das Neigen des Geräts oder über einen virtuellen Joystick am Bildschirm – je nachdem, womit man besser zurecht kommt.

Der Sphero 2.0 wird per Bluetooth mit einem iOS-Gerät verbunden.
Der Sphero 2.0 wird per Bluetooth mit einem iOS-Gerät verbunden.

Die Koppelung des Sphero 2.0 geht relativ rasch über die Bühne, anschließend werden etwaige Updates automatisch heruntergeladen und man kann den Ball benennen (besonders um eine Verwechslung zu verhindern). Nach einer kurzen Justierung anhand eines blauen Punktes ist das Teil bereits startklar: Die ersten „Ausfahrten“ können beginnen. Wichtig ist dabei, dass der Hersteller dazu rät, den Sphero nicht höher als 45 Zentimeter zu verwenden, um eine Beschädigung zu verhindern. Übrigens ist es am Anfang sinnvoll, die Geschwindigkeit zu drosseln, bis man das System besser beherrscht.

Der Roboter-Ball lässt sich per Induktion in der Ladeschale mit Strom versorgen.
Der Roboter-Ball lässt sich per Induktion in der Ladeschale mit Strom versorgen.

Der Lieferumfang des Sphero 2.0:
In der – optisch an GoPro erinnernden – Schachtel befinden sich neben dem Baseball-großen Sphero 2.0 und einer Halterung auch zwei Rampen, über die man ihn springen lassen kann. Außerdem gibt es einen Quick-Start-Guide in mehreren Sprachen sowie ein Netzteil mit verschiedenen Adaptern für diverse Länder. Aufgeladen wird der Sphero 2.0 ganz trendy per Induktion, denn es gibt ja keinen herkömmlichen Stromanschluss, weil das Teil sonst möglicherweise nicht mehr dicht wäre oder schlecht(er) rollen würde.

Der Sphero 2.0 leuchtet und blinkt in verschiedenen Farben.
Der Sphero 2.0 leuchtet und blinkt in verschiedenen Farben.

Der Sphero 2.0 in der Praxis
Viele Kritiker fragen, was man mit diesem „Spielzeug“ eigentlich anfangen soll.  Und natürlich ist das System in erster Linie als Unterhaltung und Zeitvertreib geeignet. Doch hängt es grundsätzlich nur von den Software-Entwicklern ab, welche anderen Einsatzmöglichkeiten im Lauf der Zeit entstehen. Denkbar wäre es beispielweise, den Sphero 2.0 im Bereich Navigation zu verwenden, wo man ihn wie einen Trackball nutzen könnte. Auch beim Surfen im Internet dürfte das Hightech-Gerät hilfreich sein oder man steuert damit im Outdoor-Bereich verschiedene Elektronikprodukte – schließlich ist der Sphero ziemlich wittergungsbeständig und robust. Man muss ihn also nicht wie einen Augapfel hüten. Zustätzlich gibt es übrigens eine genoppte Schutzhülle, die sich für Offroad-Fahrten oder Schwimmversuche anbietet.

Durch die integrierte Beleuchtung könnte der Roboter-Ball als Lichteffekt in einer Disco eine gute Figur machen, vor allem, wenn er auch noch einen heißen Tanz hinlegt. Auch als Metronom wäre wohl er einsetzbar. Außerdem könnte man den Sphero 2.0 für Senioren als Trainingsapparat für Geschicklichkeit oder ähnliches einsetzen.

Die Bedienung erfolgt per App für iOS und Android.
Die Bedienung erfolgt per App für iOS und Android.

Vorläufig gibt es etliche Apps, die größtenteils gratis bzw. für eine ganz geringe Gebühr im iOS- oder Android-Store verfügbar sind . Dabei steht eindeutig der „Fun“ im Mittelpunkt und richtig interessant wird es, wenn man gegen andere Sphero-Besitzer antritt, um sich gegenseitig herauszufordern.

Durch eine maximale Reichweite von 30 Metern sind der Kreativität des Sphero-Besitzers kaum Grenzen gesetzt. Allerdings reagiert der Gyro-Antrieb mit einer gewissen Verzögerung, was eine zusätzliche Herausforderung im Betrieb darstellt.

Besonders spannend ist das Thema Augmented Reality, wo die Smartphone- oder Tablet-Kamera aktiviert wird, um irgendwelche grausigen Kreaturen zu bekämpfen, die sich plötzlich auf dem heimischen Teppich tummeln.

Wer sich mit dem Thema Lightdrawing beschäftigt, kann Bewegungen vorab programmieren und dann mit der Kamera festhalten, was einen enormen Vorteil gegenüber der Verwendung einer Taschenlampe darstellt.

Für YouTube-taugliche Videos sollte man die App „SpheroCam“ ausprobieren. Dabei lässt sich der Roboter-Ball steuern und gleichzeitig kann man Clips aufnehmen und vielleicht spannende Momente festhalten und der Nachwelt zugänglich machen.

Hier noch ein Video unserer Redaktion, das grundlegende Informationen zum Sphero 2.0 bietet:

Ein Produkt mit Potenzial: Der Sphero 2.0
Ein Produkt mit Potenzial: Der Sphero 2.0

Unser Test-Fazit: Der Sphero 2.0 ist sicherlich kein Gadget, dass man unbedingt braucht. Aber es macht einfach Spaß! Wer es einmal besitzt und sich mit der Steuerung angefreundet hat, wird damit eine tolle Zeit verbringen. Es gibt bereits mehrere (kostenlose) Apps, die eigens dafür entwickelt wurden und die Bandbreite reicht hier vom Golfspielen über das Malen bis hin zu ColorGrab, wo man rasch eine bestimmte Farbe erwischen muss. Insgesamt ist der Sphero 2.0 ein familientaugliches Gerät, das für jedes Alter geeignet ist. Zwar reagieren Haustiere oft zunächst mit großer Skepsis auf dieses blinkende, rollende, Geräusche machende Teil, doch auch für sie gibt es die eine oder andere Möglichkeit der Beschäftigung damit.

Wie groß das Potenzial des Sphero-Systems ist, zeigt sich daran, welchen Fortschritt man hier innerhalb kurzer Zeit in technischer Hinsicht machen konnte. Und wer als Couch-Potato gerne seinen Hund oder die Katze unterhalten will, wird damit ebenso zufrieden sein, wie Menschen, die für draußen eine neue, abwechslungsreiche Unterhaltung suchen.

Übrigens zeigte sich sogar US-Präsident Barack Obama von der Technik des kleinen Balls begeistert, wie dieses kurze Video beweist:

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