Urlaub in Ägypten: Reiseinfos zu einer Nil-Kreuzfahrt, Pyramiden und weiteren Sehenswürdigkeiten

Ruanda, Burundi, Tansania, Uganda, Südsudan und Sudan – durch all diese Länder schlängelt sich der Nil, bis er in Ägypten ankommt. Er ist ein Tourismusmagnet und wird alljährlich von unzähligen Reisenden frequentiert, die auf mehr oder weniger luxuriöse Weise mit dem Schiff unterwegs sind. Wir haben einige Hintergründe dazu für Sie zusammengestellt und geben Tipps für einige interessante Sehenswürdigkeiten.

Die aktuelle Tourismus-Situation in Ägypten:
Trotz des Umsturzes im Land, der ja vor allem in Kairo spürbar war, können Touristen problemlos nach Ägypten reisen und gerade die bekannten Sehenswürdigkeiten werden abgesichert, damit es keine Gefahr für Ausländer gibt. Besonders die Destinationen in der Wüste oder am Meer (Hurghada oder das bei Tauchern beliebte Sharm El-Sheikh) sind für Reisende unproblematisch. Vorsichtig sollte man lediglich bei Exkursionen auf eigene Faust – und hier besonders in der Nacht – abseits der Touristenpfade sein, denn es soll zum einen oder anderen Überfall gekommen sein.

Inzwischen hat sich auch die Zahl der Urlauber auch wieder etwas gesteigert und die Veranstalter unterbieten sich regelrecht mit Ägypten-Schnäppchen. So bekommt man selbst in den besten Hotels sehr günstige Übernachtungspreise. Generell sind sich alle politischen Gruppierungen in Ägypten einig, dass die Haupteinnahmequelle des Landes, nämlich der Tourismus, in dem rund zehn Prozent der Bevölkerung beschäftigt sind, wieder boomen muss. Deshalb wird besonders viel Wert auf diese Branche gelegt, was den Reisenden natürlich zugute kommt.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Ägypten: Die Pyramiden mit der Sphinx (Foto: Mabdalla - Wikimedia Commons/Public Domain)
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Ägypten: Die Pyramiden mit der Sphinx (Foto: Mabdalla – Wikimedia Commons/Public Domain)

Ägyptens Sehenswürdigkeiten
Neben der Hauptstadt Kairo spielt der Fremdenverkehr bei den Pyramiden in Gizeh und im antiken Alexandria natürlich eine große Rolle und wer eine Nilkreuzfahrt unternehmen will, wird auch Luxor besuchen, wo das Tal der Könige (mit der Gräbstätte von Tutanchamun) eindrucksvoll die Macht des Alten Ägyptens widerspiegelt. Luxor ist der perfekte Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan, wobei durch den internationalen Flughafen eine Anreise für Europäer sehr einfach ist.

Die „Lebensader“ Ägyptens:
Der Nil ist aber nicht einfach nur ein Fluss, sondern er gilt als „Lebensader“ von Ägypten und das natürlich schon seit Menschengedenken. Seine Quelle an den Hängen des Luvironza-Berges wurde übrigens im Jahr 1893 vom österreichischen Geografen Oscar Baumann entdeckt und liegt im heutigen Staat Burundi.

Der Nil bei Kairo (Foto: Chilloutmo - Wikimedia Commons/Public Domain)
Der Nil bei Kairo (Foto: Chilloutmo – Wikimedia Commons/Public Domain)

Der Ursprung des Nils ist fast 7000 Kilometer von der Mündung ins Mittelmeer entfernt. Zum Vergleich: Die Donau hat nur eine Länge von ca. 2800 km, bevor sie ins Schwarze Meer fließt.

Bei der Länge des Nils sind sich – trotz der modernen Vermessungsmöglichkeiten – die Forscher nicht ganz einig. Die Angaben schwanken zwischen 6671 und 6852 Kilometern und lassen sich trotz der Auswertung von Satellitenbildern nicht ganz exakt bestimmen. Wer über Google Earth nachrechnet, kann sogar auf 6900 km kommen.

Weil es in Afrika ja nur wenig Wasser gibt, haben sich die Siedler schon immer in der unmittelbaren Nähe des Flusses niedergelassen. In Ägypten leben zum Beispiel rund 95 Prozent der Menschen im Nil-Tal, dieses macht aber nur drei Prozent der Landesfläche aus.

Der Nil hat insgesamt sechs Zuflüsse: Drei links, drei rechts. Diese werden auf Deutsch z. B. als blauer, weißer, schwarzer Nil oder gelber Nil bezeichnet. Die Farben kommen übrigens von der Verschmutzung durch unterschiedliche Erde, die mitgeführt wird. Ähnlich wie bei uns gibt es ja verschiedene Färbungen, etwa normale braune Erde für den Garten oder schwarze für den Friedhof.

Der Nil als Lebensraum in Ägypten
Über viele Generationen hinweg warteten die Menschen auf die jährliche Überschwemmung durch den Nil. Das ist anders als bei uns, wo das Hochwasser nur Zerstörung und Schäden verursacht, denn in Ägypten und dem Nachbarland Sudan wird so wertvoller Dünger auf die Felder gespült. Der Schlamm, der vom Fluss mitgeführt wird, enthält nämlich wichtige Nährstoffe für den Boden. Heute ist jedoch der Nil in vielen Gegenden „gebändigt“, das liegt vor allem am Assuan-Staudamm, der das Wasser zum riesigen, künstlichen Nassersee (Fläche rund 5.250 Quadratkilometer) aufstaut. Dadurch kann man nicht nur während des ganzen Jahres das lebenswichtige „Nass“ verfügbar machen, sondern auf diese Weise lässt sich auch Strom gewinnen. Nicht unumstritten ist die ökologische Auswirkung dieses Sees, denn – abseits von der Abtragung diverser antiker Stätten – haben sich Fauna und Flora verändert. So gibt es sogar klimatische Auswirkungen durch eine höhere Luftfeuchtigkeit in der Region und anstelle der wertvollen Nilschlämme kommt jetzt vielerorts künstlicher Dünger in der Landwirtschaft zum Einsatz.

Der Nil ist nicht nur wichtig für die Bewässerung der Felder, sondern war auch die Hauptverkehrsader Ägyptens. Bevor es Autos, Züge und Flieger gab, wurde mit Schiffen und Booten alles auf dem Fluss transportiert, was man so brauchte: Von den schweren Steinen für die Pyramiden bis hin zum Vieh, das die Bauern besaßen. Auch heute noch kann man so manches Schiff sehen, auf dem Einheimische gemeinsam mit einer Kuh oder einem Lastesel unterwegs sind.

Hier ein Video, das Ihnen Land und Leute in Ägypten näherbringt:

Der Nil und der Kreuzfahrt-Tourismus
Inzwischen spielt der Nil vor allem in Sachen Tourismus eine große Rolle, doch das nicht erst seit gestern: Bereits um 1870 schipperten – organisiert vom „Erfinder“ der modernen Gesellschaftsreisen, Thomas Cook, die ersten Urlauber aus Europa mit dem Dampfer über den Fluss und schauten sich die Sehenswürdigkeiten an: Damit meinen wir natürlich nicht nur das gefräßige Krokodil und das behäbige Nilpferd, sondern die historischen Stätten des Alten Ägyptens, wie die Pyramiden. Die wichtigsten STÄDTE am Nil sind übrigens Kairo, Gizeh, Luxor oder Assuan in Ägypten und Khartum im Sudan.

Trotz der erwähnten Veränderungen im Bereich Umwelt ist eines klar: Es wird noch jede Menge Wasser den Nil hinunterfließen, bis er keine wichtige Rolle mehr im Leben der Menschen an seinen Ufern spielt. (E. Tiefenthaler)

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